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Smartphone rettet Leben

Rasch reanimieren: Bei einem plötzlichen Herzstillstand zählt jede Sekunde. Durch sogenannte „First-Responder-Systeme“ können Ersthelfer mehrere Minuten vor dem Rettungsdienst beim Patienten sein und schneller mit der Reanimation beginnen. Dadurch verbessern sich die Überlebenschancen erheblich.

Projekt „First-Responder-Systeme“

Bei einem plötzlichen Herzstillstand kommt es innerhalb von 3-5 Minuten zu irreversiblen Schäden im Gehirn, wenn keine Herzdruckmassage durchgeführt wird. Dies ist der Grund dafür, dass von den ca. 50.000 Patienten, die in Deutschland jährlich einen plötzlichen Herzstillstand außerhalb von Krankenhäusern erleiden, nur etwa 10% überleben. 

Wenn der professionelle Rettungsdienst in Deutschland alarmiert wird, treffen in Großstädten die ersten Rettungskräfte häufig schon nach 7-8 Minuten ein, in ländlichen Gebieten jedoch oft wesentlich später. Und selbst 7-8 Minuten sind bei einem Herzstillstand zu lange.

Ein Lösungsansatz: Viele Menschen sind qualifiziert, bei einem Notfall die lebenswichtige Herzdruckmassage durchzuführen. Nicht nur Pflegekräfte, Rettungsdienstmitarbeiter, Medizinstudierende, Ärzte und andere im Gesundheitswesen tätige Menschen sind in den Maßnahmen der Wiederbelebung ausgebildet, auch die Feuerwehren und Hilfsorganisationen haben viele ausgebildete Helfer. Befindet sich bei einem lebensbedrohlichen Notfall ein ausgebildeter Helfer in der Nähe des Notfallortes, so kann dieser unter Umständen mehrere Minuten vor dem Rettungsdienst beim Patienten sein und so dessen Leben retten.

Seit einigen Jahren gibt es technische Möglichkeiten, (registrierte) Ersthelfer über ihr Smartphone zu orten und zu alarmieren. Der GRC engagiert sich in der Etablierung dieser First-Responder-Systeme.

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Infos zu etablierten Systemen

Zukünftig werden wir Sie hier über den Ausbau und die Etablierung der verfügbaren Systeme in deutschen Leitstellen informieren. Besuchen Sie unsere Webseite daher gerne regelmäßig.


Verfügbare Systeme

An dieser Stelle möchten wir die Ersthelferalarmierungssysteme nennen, die in Deutschland verfügbar sind. Die Systeme bieten unterschiedlichen Funktionsumfang. Sollten Sie Interesse an einem der Systeme haben, so empfehlen wir Ihnen, sich zunächst über alle verfügbaren Systeme zu informieren.


Sie haben Fragen oder benötigen Unterstützung?

Ihr Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Michael Müller
michael.mueller@grc-org.de


Weiterführende Literatur

M.L. Caputo, S. Muschietti, R. Burkart, C. Benvenuti, G. Conte, F. Regoli, R. Mauri, C. Klersy, T. Moccetti, A. Auricchio: Lay persons alerted by mobile application system initiate earlier cardio-pulmonary resuscitation: A comparison with SMS-based system notification. Resuscitation 2017; 114:73-78
http://www.resuscitationjournal.com/article/S0300-9572(17)30103-X/fulltext

F.L. Henriksen, P. Schorling, B. Hansen, H. Schakow, M.L. Larsen: FirstAED emergency dispatch, global positioning of community first responders with distinct roles – a solution to reduce the response times and ensuring an AED to early defibrillation in the rural area Langeland. Int J Networking and Virtual Organisations 2016; 16: 86-102
http://www.inderscience.com/info/inarticle.php?artid=75131

M.P. Müller, M. Fischer, H. Genzwürker, A. Henninger, B.W. Böttiger: Smartphonebasierte Alarmierung von Ersthelfern bei der Reanimation. Notfall Rettungsmed 2016; 19:466-467
https://link.springer.com/article/10.1007/s10049-016-0220-3

Ringh, M. Rosenqvist, J. Hollenberg, M. Jonsson, D. Fredman, P. Nordberg, H. Järnberg-Pettersson, I, Hasselqvist-Ax, G. Riva, L. Svensson: Mobile-Phone Dispatch of Laypersons for CPR in Out-of-Hospital Cardiac Arrest. N Engl J Med 2015; 372:2316-2325
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1406038 

Stroop, B. Strickmann, H. Horstkötter, T. Kuhlbusch, H.-R. Hartweg, T. Kerner: Smartphone-basierte First-Responder-Alarmierung „Mobile Retter“. Implementierung eines qualifizierten Ersthelfer-Systems. Notarzt 2015; 31:239-245
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0035-1552700

 

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