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Cardiac-Arrest-Center

Überlebenschancen verbessern: Bei einem präklinischen Herz-Kreislaufstillstand ist, neben der schnellen Wiederbelebung vor Ort, auch die Weiterbehandlung in einer spezialisierten Klinik wesentlich für die Überlebenschancen. Darum setzt sich der GRC für die einheitliche Zertifizierung von Cardiac-Arrest-Centern ein.

Cardiac-Arrest-Center zur Verbesserung der Überlebensrate nach prähospitalem Herz-Kreislaufstillstand

Bei außerhalb von Krankenhäusern erfolgreich reanimierten Patienten ist die weitere Prognose aufgrund der Schwere der Erkrankung äußerst ernst und im Verlauf ganz wesentlich von der Fachkompetenz und der Ausstattung der weiterbehandelnden Klinik abhängig.

In den aktuellen internationalen Leitlinien zur Reanimation wird daher gefordert, prähospital erfolgreich reanimierte Patienten in spezialisierten Krankenhäusern weiter zu behandeln  - sogenannte Cardiac-Arrest-Center (CAC). Bisher gab es in Deutschland jedoch keine einheitlichen Kriterien für ein solches Cardiac-Arrest-Center.

Unter dem Schirm des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) hat eine Arbeitsgruppe aus Anästhesiologen, Kardiologen und Intensivmedizinern erstmals Basis-Anforderungen für Cardiac-Arrest-Center erstellt.

Die Kriterien wurden von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) und der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin (DGIIN) konsentiert und in den entsprechenden Fachzeitschriften der Gesellschaften publiziert.

Ziel ist es, durch die jetzt festgelegten Basis-Kriterien eine einheitliche Definition von Cardiac-Arrest-Centern zu ermöglichen, und dadurch eine vergleichbare Grundstruktur für eine optimale Patientenversorgung und somit ein besseres Patientenüberleben zu erreichen.


Qualitätskriterien

Nach Expertenkonsens in der interdisziplinären „GRC-Arbeitsgruppe Cardiac-Arrest-Center“ müssen Kliniken künftig eine Reihe von Qualitätskriterien überprüfbar erfüllen.

Den Rettungsdiensten soll hierdurch eine zielsichere Zuweisung der erfolgreich reanimierten Patienten ermöglicht werden. Für die betroffenen Patienten ist es ganz entscheidend, dass Fehl-Transporte in Krankenhäuser, die diese Anforderungen nicht erfüllen können, verhindert werden. 

Zu den wichtigsten Kriterien für ein Cardiac-Arrest-Center zählen:

  • Eine besondere Struktur mit Verfügbarkeit einer geeigneten Notaufnahmeeinrichtung für reanimierte Patienten, der Verfügbarkeit eines Herzkatheterlabors mit der Möglichkeit der unmittelbaren Primär-PCI rund um die Uhr, die Möglichkeit der Direktübernahme reanimierter Patienten auch im Katheterlabor, permanente Verfügbarkeit eines Platzes auf der Intensivstation mit Nachweis einer fachintensivmedizinischen Betreuung, sowie das Vorhandensein eines lokalen Qualitätszirkels zur Reanimationsversorgung.
  • Sicherstellung einer adäquaten Prozessqualität mit Nachweis von Standard Operating Procedures (SOP`s).
  • Qualitätssicherung mit Nachweis einer standardisierten Erfassung des Behandlungsverlaufs und des Outcomes bis zur Entlassung.


Zertifizierung und Ausblick

Wesentliches Ziel ist es, dass durch eine einheitliche Zertifizierung auf Basis der erarbeiteten Kriterien die Prozessabläufe nach primär erfolgreicher Reanimation an der Schnittstelle Präklinik/Klinik künftig flächendeckend in eine einheitliche Struktur gebracht werden können und die weiteren Abläufe in den Kliniken maximal professionalisiert und optimiert werden. Dafür setzt sich der GRC mit seiner Arbeit maßgeblich ein.


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Ihr Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Karl Heinrich Scholz
k.scholz@grc-org.de

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