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#heldkannjeder – Das Einmaleins der Wiederbelebung

Mehr als 50.000 Menschen jährlich erleiden deutschlandweit außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Nur jeder zehnte Betroffene überlebt. Der Grund: Innerhalb von drei bis fünf Minuten kommt es zu irreversiblen Schäden am Gehirn, der Rettungsdienst benötigt aber durchschnittlich acht bis zehn Minuten. Bis zum Eintreffen der Profis könnten jedoch auch Laien mit einer Herzdruckmassage lebensrettende Maßnahmen ergreifen. In Deutschland helfen allerdings nur 39 Prozent. In anderen europäischen Ländern liegt die Quote bei bis zu 80 Prozent.

Ab 16. September 2019, mit der „Woche der Wiederbelebung“, startet die bundesweite Aufklärungskampagne zur Laienreanimation #heldkannjeder - Das Einmaleins der Wiederbelebung. Der GRC, die ADAC Stiftung, die Pépinière Stiftung, der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie über 100 bundesweite Verkehrsunternehmen, Städten und Gemeinden führen dieses Jahr erstmalig eine bundesweite Aufklärungskampagne durch. Die Kampagne „Das Einmaleins der Wiederbelebung“ findet vom 16.09.2019 (Woche der Wiederbelebung) bis zum 16.10.2019 (World Restart a Heart Day) statt. Mit Plakaten, Citylights, Infoscreens und Informationen in Bussen und Bahnen wird bundesweit das Einmaleins der Wiederbelebung „Prüfen, Rufen, Drücken“ erklärt. Dies soll die Bereitschaft der Bevölkerung, im Notfall Hilfe zu leisten, verbessern.

Fakten zur Laienreanimation in Deutschland

Nochmals die Fakten: Jährlich erleiden mehr als 50.000 Menschen deutschlandweit außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herzstillstand. Nur jeder zehnte Betroffene überlebt. Denn bei einem plötzlichen Herzstillstand kommt es innerhalb von drei bis fünf Minuten zu irreversiblen Schäden im Gehirn, wenn keine Herzdruckmassage durchgeführt wird. Der Rettungsdienst benötigt jedoch durchschnittlich acht bis zehn Minuten und kommt somit beim Herzkreislaufstillstand meist zu spät. In mehr als der Hälfte der Fälle sind jedoch Personen anwesend, die eingreifen und durch Herzdruckmassage die Zeit bis zum Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes überbrücken können. Eine gut ausgeführte Laienreanimation mithilfe der Herzdruckmassage versorgt das Gehirn weiter mit Sauerstoff und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient überlebt, um das Dreifache. Die Quote der Laienreanimation lag im Jahr 2018 in Deutschland jedoch mit 39 Prozent deutlich unter den Quoten anderer europäischer Länder. Dort werden bis zu 80 Prozent erreicht. Bis zum Jahr 2020 sollen nun in Deutschland 50 Prozent erreicht werden. Dann könnte man jedes Jahr 10.000 Menschenleben zusätzlich retten.

Erster Schritt zur Laienreanimation: Prüfen

Der erste Schritt bei der Wiederbelebung lautet „Prüfen“: Bricht jemand zusammen, muss sofort geprüft werden, ob die Person auf lautes Ansprechen oder Schulterschütteln reagiert und normal atmet. Falls keine Reaktion erfolgt und die Person gar nicht mehr oder nicht normal atmet (nach Luft schnappen ist kein normales Atmen), müssen unmittelbar Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Zweiter Schritt zur Laienreanimation: Rufen

Der zweite Schritt lautet „Rufen": Per Notruf muss der Rettungsdienst alarmiert werden. Im besten Fall erledigt das eine zweite Person, damit der Andere sofort und ohne Unterbrechung mit der Herzdruckmassage beginnen kann.

Notrufnummern: 112 in Deutschland und in Europa

Alle Anrufe funktionieren sowohl im Festnetz als auch mobil ohne Vorwahl und sind gebührenfrei.

Hilfe per Telefon

Falls ein Laienretter nicht weiß, wie eine Herzdruckmassage funktioniert, oder sich unsicher fühlt, sollte der Mitarbeiter der Notrufleitstelle den Laienretter bei der Herzdruckmassage bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes anleiten. Das ist die sogenannte Telefon-Reanimation. Dazu sollte der Lautsprecher des Handys aktiviert werden, um fortlaufend über die Leitstelle angewiesen werden zu können. Es ist auch möglich, dass die Leitstelle über ein handybasiertes System gleichzeitig mit dem Rettungsdienst ausgebildete Ersthelfer aktiviert, die sich in der Nähe befinden. Das kann die Überlebenschancen weiter erhöhen.

Dritter Schritt zur Laienreanimation: Drücken

Der dritte Schritt lautet „Drücken“: Am wichtigsten ist in dieser Situation die Herzdruckmassage. So funktioniert sie: Der Patient liegt auf dem Rücken. Der Retter kniet neben dem Brustkorb des Patienten, öffnet das Oberteil und legt die Handballen, einen über den anderen, in die Mitte des nackten Brustkorbes zwischen die Brustwarzen. Anschließend wird das Brustbein mit durchgestreckten Armen und den Schultern über dem Druckpunkt bei Erwachsenen mindestens fünf, höchstens sechs Zentimeter tief, gedrückt. Unmittelbar danach muss der Druck sofort komplett weggenommen und der Brustkorb entlastet werden. Auf diese Weise drückt und entlastet man abwechselnd 100- bis 120-mal die Minute, das entspricht ungefähr zwei Mal pro Sekunde – zum Beispiel im Rhythmus des Songs „Stayin' Alive“ der Bee Gees. Die Herzdruckmassage darf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes nicht unterbrochen werden. Wenn möglich, sollten sich die Retter dabei alle zwei Minuten abwechseln.

Erste Hilfe: Beatmung & Defibrillator & stabile Seitenlage

Falls Laien dazu in der Lage und bereit sind, sollte zusätzlich eine Beatmung durch einen Laien mit Erste-Hilfe-Kurs durchgeführt werden. Das Beatmen kann die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient überlebt, weiter erhöhen – insbesondere, wenn es länger dauert, bis der Rettungsdienst am Unfallort eintrifft.

Ungefähr ein Viertel der Patienten mit einem außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand könnte von einem automatisierten externen Defibrillator (AED) profitieren. Aber: Die Herzdruckmassage darf niemals unterbrochen werden, um einen AED zu holen. Mindestens zwei Laienretter müssen bei dem Patienten bleiben und ununterbrochen die Herzdruckmassage durchführen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ein Dritter kann den Defibrillator zum Unfallort bringen.

Die stabile Seitenlage hingegen spielt beim Herz-Kreislauf-Stillstand keine Rolle. Wenn eine Person bewusstlos ist und gar nicht oder nicht normal atmet, hat sie einen Herz-Kreislauf-Stillstand und nur eine Herzdruckmassage hilft. Wenn eine bewusstlose Person normal atmet, kann die stabile Seitenlage helfen, die Atemwege offen zu halten. In diesem Fall muss die normale Atmung immer wieder sorgfältig überprüft werden und, wann immer es Zweifel gibt, muss mit der Herzdruckmassage begonnen werden.

Woche der Wiederbelebung

Vom 16. bis 22. September 2019 findet unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit die „Woche der Wiederbelebung“ statt. Dieses Jahr gibt es unter anderem unsere bundesweite Aufklärungskampagne #heldkannjeder - Das Einmaleins der Wiederbelebung. Im öffentlichen Raum, zum Beispiel in Bussen und Bahnen des öffentlichen Personen-Nahverkehrs, kollabieren immer wieder Personen in Folge eines Herz-Kreislauf-Stillstands. Lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen werden jedoch nur selten ergriffen. Hauptgrund dafür ist die Angst, vielleicht einen Fehler zu machen, aber auch Ekel und Unkenntnis spielen eine Rolle. Ziel der Kampagne ist, die Bevölkerung über die Erste Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand aufzuklären und dadurch die Bereitschaft und Fähigkeit zur Hilfeleistung im Notfall zu erhöhen.

World Restart a Heart Day

Im vergangenen Jahr wurde am 16. Oktober erstmalig der „World Restart a Heart Day“ begangen unter der Schirmherrschaft des International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) sowie mit allen weltweit sieben ILCOR Councils und der Unterstützung des GRC. Die Initiative will die Überlebensrate bei plötzlichem Herztod, der dritthäufigsten Todesursache in den sogenannten zivilisierten Ländern, durch eine Erhöhung der Laienreanimationsquote weltweit verbessern. Auch dieses Jahr wird der World Restart weltweit stattfinden. Das Projektteam der Aufklärungskampagne #heldkannjeder - Das Einmaleins der Wiederbelebung plant beispielsweise am 16. Oktober 2019 eine öffentliche Veranstaltung in Köln.

Das wird geboten:

  • Ausstellung eines Hubschraubers der ADAC Luftrettung und von Rettungsdienstfahrzeugen
  • Flashmob Kölner Studierende und Hilfsorganisationen
  • Ausstellung der Hilfsorganisationen und der Feuerwehr
  • Wiederbelebungstrainings durch Fachpersonal

 

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