Zur Übersicht: Arbeitsgruppen und Projekte

Jeder kann ein Leben retten!

Wissen Sie was zu tun ist, wenn plötzlich neben Ihnen jemand umkippt? Es könnten Ihr Mann, Ihre Frau, Ihr Kind, Ihre Eltern sein. Mehr als 70.000 Menschen jährlich erleiden deutschlandweit außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand. Nur jeder zehnte Betroffene überlebt. Der Rettungsdienst benötigt durchschnittlich acht bis zehn Minuten bis er eintrifft. Bis zum Eintreffen der Profis kann man mit einer Herzdruckmassage lebensrettende Maßnahmen ergreifen. In Deutschland helfen allerdings nur ca. 40 Prozent. Warum?

Jeder kann Ersthelfer sein!

Wie wichtig es ist, in einem Ernstfall überhaupt zu handeln und was man tun kann, versucht der Deutsche Rat für Wiederbelebung / German Resuscitation Council (GRC) mit verschiedenen Projekten zu übermitteln.

Der Herz-Kreislaufstillstand findet bei über 60% der Betroffenen im häuslichen Umfeld statt, ca. 20% in der Öffentlichkeit z.B. in Bussen und Bahnen. Lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen werden jedoch nur selten ergriffen. Hauptgrund dafür ist die Angst, vielleicht einen Fehler zu machen, aber auch Ekel und Unkenntnis spielen eine Rolle. Der GRC versucht die Bevölkerung über die Erste Hilfe bei Herz-Kreislaufstillstand aufzuklären und dadurch die Bereitschaft und Fähigkeit zur Hilfeleistung im Notfall zu erhöhen.

Laienreanimation in Deutschland

Nochmals die Fakten: Jährlich erleiden mehr als 70.000 Menschen deutschlandweit außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand. Nur jeder zehnte Betroffene überlebt. Denn bei einem plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand kommt es innerhalb von drei bis fünf Minuten zu irreversiblen Schäden im Gehirn, wenn keine Herzdruckmassage durchgeführt wird. Der Rettungsdienst benötigt jedoch durchschnittlich acht bis zehn Minuten und kommt somit meist zu spät. In mehr als der Hälfte der Fälle sind jedoch Personen anwesend, die eingreifen und durch Herzdruckmassage die Zeit bis zum Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes überbrücken können. Eine gut ausgeführte Laienreanimation mithilfe der Herzdruckmassage versorgt das Gehirn weiter mit Sauerstoff und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person überlebt, um das Dreifache. Die Quote der Laienreanimation lag im Jahr 2019 in Deutschland jedoch mit 40% deutlich unter den Quoten anderer europäischer Länder. So wird in Schweden oder in den Niederlanden sogar eine Quote von bis zu 80% erreicht.

Jemand ist bewusslos? Was ist zu tun?

Erster Schritt: Prüfen

Der erste Schritt bei der Wiederbelebung lautet „Prüfen“: Bricht jemand zusammen, muss sofort geprüft werden, ob die Person auf lautes Ansprechen oder Schulterschütteln reagiert und normal atmet. Falls keine Reaktion erfolgt und die Person gar nicht mehr oder nicht normal atmet (nach Luft schnappen ist kein normales Atmen), müssen unmittelbar Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Zweiter Schritt: Rufen

Der zweite Schritt lautet „Rufen": Per Notruf muss der Rettungsdienst alarmiert werden. Im besten Fall erledigt das eine zweite Person, damit der/die Andere sofort und ohne Unterbrechung mit der Herzdruckmassage beginnen kann.

Notrufnummern: 112 in Deutschland und in Europa

Alle Anrufe funktionieren sowohl im Festnetz als auch mobil ohne Vorwahl und sind gebührenfrei.

Dritter Schritt: Drücken

Der dritte Schritt lautet „Drücken“: Am wichtigsten ist in dieser Situation die Herzdruckmassage. Sie funktioniert wie folgt: Die Person liegt auf dem Rücken. Der/Die Retter/in kniet neben dem Brustkorb der Person, öffnet das Oberteil und legt die Handballen, einen über den anderen, in die Mitte des nackten Brustkorbes zwischen die Brustwarzen. Anschließend wird das Brustbein mit durchgestreckten Armen und den Schultern über dem Druckpunkt bei Erwachsenen mindestens fünf, höchstens sechs Zentimeter tief, gedrückt. Unmittelbar danach muss der Druck sofort komplett weggenommen und der Brustkorb entlastet werden. Auf diese Weise drückt und entlastet man abwechselnd 100- bis 120-mal die Minute, das entspricht ungefähr zwei Mal pro Sekunde – zum Beispiel im Rhythmus des Songs „Stayin' Alive“ der Bee Gees. Die Herzdruckmassage darf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes nicht unterbrochen werden. Wenn möglich, sollten sich die Retter dabei alle zwei Minuten abwechseln.

Erste Hilfe: Beatmung & Defibrillator & stabile Seitenlage

Falls die Retter dazu in der Lage und bereit sind, sollte zusätzlich eine Beatmung durch eine Person mit Erste-Hilfe-Kurs durchgeführt werden. Das Beatmen kann die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person überlebt, weiter erhöhen. Insbesondere wenn das Eintreffen des Rettungsdienstes am Unfallort länger dauert.

Ungefähr ein Viertel der Menschen mit einem außerklinischen Herz-Kreislaufstillstand könnte von einem automatisierten externen Defibrillator (AED) profitieren. Aber: Die Herzdruckmassage darf niemals unterbrochen werden, um einen AED zu holen. Mindestens zwei Laienretter müssen bei der Person bleiben und ununterbrochen die Herzdruckmassage durchführen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ein Dritter kann den Defibrillator zum Unfallort bringen.

Die stabile Seitenlage hingegen spielt beim Herz-Kreislaufstillstand keine Rolle. Wenn eine Person bewusstlos ist und gar nicht oder nicht normal atmet, hat sie einen Herz-Kreislaufstillstand und nur eine Herzdruckmassage hilft. Wenn eine bewusstlose Person normal atmet, kann die stabile Seitenlage helfen, die Atemwege offen zu halten. In diesem Fall muss die normale Atmung immer wieder sorgfältig überprüft werden und, wann immer es Zweifel gibt, muss mit der Herzdruckmassage begonnen werden.

Werden auch Sie zu Lebensrettern. Es ist ganz einfach!

 

Der "World Restart a Heart Day"

Der World Restart a Heart Day, der jedes Jahr am 16. Oktober stattfindet, soll weltweit das Bewusstsein für die Laienreanimation stärken und möglichst viele Menschen in Wiederbelebung schulen.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier: https://www.grc-org.de/projekte/10-2-World-Restart-a-Heart-Day

Die Fachgesellschaft für Reanimation in Deutschland

Der Deutsche Rat für Wiederbelebung (German Resuscitation Council; GRC) wurde im Dezember 2007 gegründet und zählt mittlerweile über 1.200 Mitglieder, 17 Mitgliedsorganisationen, 28 Fördermitglieder und zahlreiche Businesspartner. Ziel des GRC ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Organisationen und Personen, die sich mit den verschiedenen Aspekten der Wiederbelebung befassen, zu unterstützen und zu harmonisieren sowie die Laienreanimation und die Schülerausbildung in Wiederbelebung zur fördern. Der GRC organisiert als gemeinnütziger Verein und unterstützt mit seinen Arbeitsgruppen viele tolle Projekte. Lesen Sie dazu hier mehr: GRC-Infoflyer

Die Woche der Wiederbelebung

Die Woche der Wiederbelebung findet jedes Jahr statt. Sie soll ebenfalls das Bewusstsein für Laienreanimation stärken und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit. 2019 übernahm Jens Spahn die Schirmherrschaft für die Woche der Wiederbelebung.

Bildergalerie