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#heldkannjeder – Das Einmaleins der Wiederbelebung

Am 16. September 2019, mit der „Woche der Wiederbelebung“, startete die bundesweite Aufklärungskampagne zur Laienreanimation #heldkannjeder - Das Einmaleins der Wiederbelebung.

Der GRC, die ADAC Stiftung, die Pépinière Stiftung, der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie über 100 bundesweite Verkehrsunternehmen, Städten und Gemeinden führten erstmalig 2019 eine bundesweite Aufklärungskampagne durch.  Im öffentlichen Raum, zum Beispiel in Bussen und Bahnen des öffentlichen Personen-Nahverkehrs, kollabieren immer wieder Personen in Folge eines Herz-Kreislaufstillstands. Lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen werden jedoch nur selten ergriffen. Hauptgrund dafür ist die Angst, vielleicht einen Fehler zu machen, aber auch Ekel und Unkenntnis spielen eine Rolle. Ziel der Kampagne ist, die Bevölkerung über die Erste Hilfe bei Herz-Kreislaufstillstand aufzuklären und dadurch die Bereitschaft und Fähigkeit zur Hilfeleistung im Notfall zu erhöhen.

Aktionen der Kampagne

Die Kampagne „Das Einmaleins der Wiederbelebung“ fand vom 16.09.2019 (Woche der Wiederbelebung) bis zum 16.10.2019 (World Restart a Heart Day) statt. Mit Plakaten, Citylights, Infoscreens, Informationen in Bussen und Bahnen sowie über die Social-Media-Kanäle wurde bundesweit das Einmaleins der Wiederbelebung „Prüfen, Rufen, Drücken“ erklärt.

Zum Abschluss der Kampagne fand am 16. Oktober 2019 zum World Restart a Heart Day eine öffentliche Veranstaltung in Köln statt. Um fünf vor zwölf am Kölner Dom brachen etwa 200 Passanten mit roten Luftballons an den Handgelenken zeitgleich scheinbar leblos auf dem Roncalli Platz zusammen. Diese eindrucksvolle Flashmob-Aktion wurde durch den GRC, mit Unterstützung der Fachschaft Medizin an der Medizinischen Fakultät und dem Team der Aufklärungskampagne #heldkannjeder - Das Einmaleins der Wiederbelebung organisiert. Mit der Wiederbelebungsaktion am Dom wollte der GRC gemeinsam mit den Studierenden, der ADAC Luftrettung, der ADAC Stiftung, dem Arbeiter Samariter Bund, dem Gesundheitsamt der Stadt Köln, den Johannitern, der Kölner Feuerwehr, dem Kölner Verkehrsbund, den Maltesern, dem Nationalen Aktionsbündnis Wiederbelebung und der Uniklinik Köln auf die wichtige Bedeutung der Laienreanimation aufmerksam machen. Dass zwei Hände und die simple Formel „PRÜFEN – RUFEN – DRÜCKEN“ genügen, um Leben zu retten, zeigten die Experten anschließend in kurzen Ausbildungsaktionen. Ein weiteres Highlight der Aktion war die Segnung des „Kölsch Mädche“, eines neuen Rettungshubschraubers der ADAC Luftrettung, durch Weihbischof Ansgar Puff vom Erzbistum Köln.

Mehr Informationen zum World Restart a Heart Day erhalten Sie hier: https://www.grc-org.de/projekte/10-2-World-Restart-a-Heart-Day

Fakten zur Laienreanimation in Deutschland

Jährlich erleiden mehr als 50.000 Menschen deutschlandweit außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand. Nur jeder zehnte Betroffene überlebt. Denn bei einem plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand kommt es innerhalb von drei bis fünf Minuten zu irreversiblen Schäden im Gehirn, wenn keine Herzdruckmassage durchgeführt wird. Der Rettungsdienst benötigt jedoch durchschnittlich acht bis zehn Minuten und kommt somit beim Herz-Kreislaufstillstand meist zu spät. In mehr als der Hälfte der Fälle sind jedoch Personen anwesend, die eingreifen und durch Herzdruckmassage die Zeit bis zum Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes überbrücken können. Eine gut ausgeführte Laienreanimation mithilfe der Herzdruckmassage versorgt das Gehirn weiter mit Sauerstoff und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient überlebt, um das Dreifache. Die Quote der Laienreanimation lag im Jahr 2018 in Deutschland jedoch mit 39 Prozent deutlich unter den Quoten anderer europäischer Länder. Dort werden bis zu 80 Prozent erreicht. Bis zum Jahr 2020 sollen nun in Deutschland 50 Prozent erreicht werden. Dann könnte man jedes Jahr 10.000 Menschenleben zusätzlich retten.

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